Das Queue

Kaufentscheidung und Qualitätsmerkmale

 

Ein gutes Queue definiert sich vornehmlich darüber, ob man damit klarkommt, oder nicht. Es entscheidet also eher das subjektive Empfinden über die Angemessenheit eines Queues, als dessen Preis. Dennoch gibt es angesichts des reichhaltigen Angebots einiges zu beachten:

 - Bevor man auf die Suche nach einem passenden Queue geht, sollte man sein eigenes Budget festlegen (gute Einstiegsqueues ca. 150€ - mittleres Preissegment ca. 250-300€ - Luxus und Einzelfertigungen bis zu ca. 1.500€). Meist jedoch bestimmt das Muster im Griffstück den Preis eines Queus und ist bei vielen Herstellern der einzige Unterschied (mehr Splices bedeuten einen teureren Preis, günstiger ist ein einfacher Ebony/Mascassar-Ebony-Griff). Ein höherer Preis bedeutet also nicht automatisch ein geeigneteres Queue!

- Weitere Faktoren eines Queues, die eine Rolle für die persönliche Entscheidung spielen können, sind Länge, Gewicht, Griffstärke, Tipsize, Schwerpunkt und Härtegrad. Auch die Art und Qualität des Holzes kann eine Rolle spielen - die meisten Queues sind aus Eschenholz, inzwischen gibt es auch viele Ahornqueues. Die Qualität des Holzes kann nur von erfahrenen Queue-Herstellern gesehen werden. ACHTUNG: von lackierten Queues (à la O'Sullivan-, John Higgins- oder Paul Hunter-Queue für 70-180€) ist absolut abzuraten!!!

Beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Queues sollte man klare Mängel von vornherein ausschließen können:

  • Ist das Queue gerade? (drüber schauen- Lichtspiegelung)
  • Schließt das Gewinde (falls vorhanden) richtig? Hält es auch dauerhaft? Sitzt das Gewinde der Verlängerung(en) - falls vorhanden - richtig?
  • Sitzt die Ferrule korrekt und lässt sich nicht bewegen?
  • Hat das Holz Risse? (im Griff noch vernachlässigbar)

- Schlussendlich kommt es aber doch nur auf die persönliche Vorliebe an. Ist man sich über die Möglichkeiten des Kaufes bewusst, so gilt es eigentlich nur noch, möglichst viel Probe zu spielen, bevor man sich für den Kauf entscheidet. Leider gibt es in Deutschland nur wenig Shops mit dieser Möglichkeit. Manche Anbieter im Internet bieten das Probespielen zwar an, verlangen jedoch ggf. Versandgebühren.

- Hat man nun das geeignete Queue gefunden, kommt es natürlich auf die richtige Pflege an. Starke Temperaturschwankungen sind hierbei ebenso zu vermeiden wie dauerhafte Feuchtigkeit. Auch sollte man das Queue regelmäßig reinigen (hierfür reicht meist das Abputzen mit Wasser und anschließendes Trocknen). Lehnt man das Queue oft an die Wand, so riskiert man, dass es sich verzieht und krumm wird! Natürlich muss auch gelegentlch das Leder gewechselt werden. Man merkt schnell, dass sich das gleiche Queue mit unterschiedlichen Ledern komplett anders spielt!

 

Verschiedene Arten und Hersteller

Aufbau und Merkmale

- Die Standardlänge eines Snookerqueues beträgt 147cm (57,87 in). Laut Regeln muss ein Queue mindestens 91cm lang sein. Überlange Cues sollten nur genutzt werden, wenn die Standardgröße unangenehm ist, ein zu großes Queue führt oft dazu, dass Spieler sehr weit vorne greifen müssen oder einen sehr langen "Schnabel" haben.

- Das Standardgewicht liegt zwischen 17,5 und 18,5 oz. Die Grenzen von 15-21 oz sollten möglichst nicht unter-/überschritten werden.

- Die Durchschnittsgröße der Ferrule beträgt 9,5 mm. Eine dünnere Ferrule gibt die Möglichkeit, mehr Wirkung in die Kugel zu bringen - nicht beabsichtiges Effet wirkt sich allerdings deutlicher aus. Dickere Tips sind deshalb gewöhnlich leichter zu spielen, da auch ungewolltes Effet nicht so leicht mitgegeben werden kann. Die Größe der Ferrule muss zwischen 8,5mm und 11mm liegen.

- Grundsätzlich ist zwischen einteiligen und geteilten Queues zu unterscheiden. Die geteilten sind mit einem Gewinde verbunden, welches prinzipiell an jeder Position des Queues angebracht werden kann. Natürlich gibt es keinen "perfekten" Aufbau, wieder hängt es von der persönlichen Präferenz ab. Neben ihr entscheidet auch die Transportierbarkeit des Queues.

Bei geteilten Queues gibt es zwei übliche Ausführungen:

  • 1/2 - das Gewinde befindet sich genau in der Mitte des Queues
  • 3/4 - Das Gewinde befindet sich im unteren Teil des Queues

Die meisten Queues haben eine 3/4 Teilung, denn diese ist für die übliche Standhaltung im Snooker vorteilhaft. Da ein Kontaktpunkt des Queues am Kinn liegt, wird eine 1/2 Teilung oft als unangenehm wahrgenommen, weil das Gewinde am Kinn zu spüren sein kann.

 - Für Snookerqueues wird üblicherweise nur Esche oder Ahorn als Holzsorte für das Oberteil verwendet. Die Härtegrade der Holzsorten sind fast identisch. Bei einem Ahornqueue ist die Maserung fast nicht sichtbar, bei Eschenqueues wird für die Maserung Porenfüller benutzt, so ist sie in brauner oder schwarzer Farbe sichtbar. ACHTUNG: Bei Bartträgern kann es mit Esche-Maserung dazu kommen, dass der Porenfüller herausplatzt!

Ein Laie kann die Qualität des Holzes nicht anhand der Maserung feststellen, viel eher entscheidet der "kosmetische Anspruch" an eine schöne Maserung. Der Idealfall zeigt auf der Seite gerade Linien bis zur Cue-Spitze und in einer Linie zulaufende "Pfeile":

 

Cue Esche Ahorn Maserung 550x367

 

Die Pfeile verlaufen in einer Linie mit dem obersten Splice des Butt, welche - falls eine Abflachung vorhanden ist - in der Mitte sein sollte.

- Fast jeder Hersteller hat sein eigenes Gewinde, woduch Ober- und Unterteile verschiedener Hersteller nur selten kombiniert werden können. Man unterscheidet zwischen dem Air-Lock-Gewinde  ("normales Gewinde") und dem Quick-Lock Gewinde.

 

- einige Unterschiede zu Pool-Queues:

Pool-Queues werden fast nur aus Ahorn hergestellt. Sie sind fast immer in der Mitte geteilt und meist deutlich schwerer. Ihr Griffstück ist rund (nicht abgeflacht) und mit einem Gummi versehen. Es ist oft aufwändig verziert. Mit 12-13mm ist ihr Tip durchschnitlich deutlich größer.

 

Einige Hersteller

 für Einsteiger: PowerCue, MasterCue, Mastercraft, BCE (fast alle lackiert und daher nicht zu empfehlen)

 Mittel-Oberklasse: Accuerate, O'Min, Peradon

 Oberklasse: Trevor White, Stamford, Parris, Robert Osborne/Hunt&Osborne