Das Leder

 

Allgemeines zur Funktion des Leders und zum Kreiden

Das Leder auf einem Snookerqueue ist eines der wichtigsten Bestandteile des Spielmaterials. Es gibt zahlreiche Hersteller, die Leder von unterschiedlicher Größe, Qualität und Eigenschaft produzieren. Das wichtigste fürs Spiel ist jedoch nicht die Wahl eines bestimmten Leders, sondern dass dieses korrekt sitzt und immer ausreichend Kreide hält.

Durch das Leder wird der Stoßimpuls an die Kugel übergeben. Die Kreide macht es möglich, kontrolliert eine Rotation auf die Kugel zu übertragen. Generell verhindert die Kreide durch Reibungsgewinn, dass das Queue an der Kugel abrutscht. Wenn die Kugel mittig getroffen wird, ist Kreide theoretisch nicht nötig, da dabei keine Rotationsenergie übertragen wird. Damit die Kreide richtig hängen bleiben kann, muss das Leder an der Oberfläche aufgerauht sein.

 

Bezeichnungen

Für das Leder gibt es verschiedene Begriffe. Im Englischen wird es "Tip" oder "Cue Tip" genannt. Im deutschsprachigen Raum sind vor allem die Bezeichnungen "Spitze", "Pomeranze" oder auch "Kapperl" geläufig. Da es sich jedoch wirklich um den Rohstoff "Leder" handelt, wird in diesem Artikel generell der Ausdruck "Leder" verwendet.

 

Eigenschaften eines Leders

Die Leder unterscheiden sich in Ihrer Größe, Ihrem Aufbau (Ein-/Mehrschicht) sowie dem Härtegrad.

- Größe

Die durchschnittliche Größe eines Snookerqueues an der Spitze beträgt 9,5mm, so dass sich die Ledergrößen im Bereich zwischen 8 und 12 mm bewegen. Passend große Leder ersparen zwar das nachträgliche "Trimmen" auf die Queue-Größe, jedoch muss in jedem Fall bei der Befestigung exakt gearbeitet werden.

Manche Spieler lassen das Leder absichtlich überstehen, was dann als "Pilz-Leder" bezeichnet wird.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Ferrule des Queues komplett durch das Leder bedeckt ist, da sonst die angestoßene Kugel irreparabel beschädigt werden kann. Das Messing der Ferrule würde nämlich deutliche Kratzer in der Kugel hinterlassen.

Leder werden von manchen Herstellern in Kreide getränkt (z.B. bei Bluediamond und Elkmaster), andere werden in Ihrem natürlichen Zustand gelassen (z.B. bei Talisman).

 

- Aufbau (Ein-/Mehrschicht)

Das Einschichtleder ist aus einer Schicht gestanzt und erhält seine Festigkeit nur durch seine eigene Struktur. Einschichtleder sind mit ca. 1-3€ recht günstig, manche, aufwändig produziertere Einschichtleder können auch mal um die 8€ kosten. Einschichtleder sind meist mit Kreide getränkt.

Für das Mehrschichtleder werden je nach Typ 4-7 dünne Schichten zusammen gepresst. Es ist im Durchschnitt aufgrund der aufwändigen Herstellung und der verwendeten Materialien etwas teurer als das Einschichtleder. Die Preisspanne bewegt sich dabei zwischen 5€ und 20€ pro Leder, im Durchschnitt muss man wohl etwa 10€ investieren. Für diesen höheren Preis weisen Mehrschichtleder eine höhere Formstabilität auf. Durch die gepressten Schichten wird die Energie des Stoß-Impulses gleichmäßiger verteilt. Generell sind die meisten Mehrschichtleder härter als Einschichtleder. Sie sind meist nicht mit Kreide getränkt.

- Härtegrade

Der Härtegrad eines Leders beeinflusst, wie sehr sich das Leder verformt und damit der Kugel nachgibt. Das wirkt sich auf die damit verbunde "Rückmeldung" aus, die man am Queue spüren kann. Entscheidend für die Rückmeldung sind aber auch die Eigenschaften des benutzen Queues, denn nicht jedes Leder spielt sich auf jedem Queue gleich. Je nach persönlicher Vorliebe und nach verwendetem Queue fällt also das Leder mal härter, mal weicher aus. Um für sich die richtige Entscheidung zu treffen, bleibt nur Ausprobieren.

Mit weichen Ledern ist es leichter, die Kugel in eine effektive Rotation (Wirkung) zu versetzen. Deshalb sind sie für Anfänger eher zu empfehlen. Allerdings kann es nach festen Stößen passieren, dass das Leder an der Stelle der Stoßimpulses etwas verformt bleibt. Wenn das Leder noch stark genug ist, kann es nachgeschliffen und wieder gleichmäßig geformt werden. Im Durchschnitt werden weiche Leder schneller abgenutzt und müssen häufiger erneuert werden. Viele weiche Leder spielen sich erst nach einigen Stößen richtig ein, denn sie werden dadurch allmählich komprimiert und somit fester.

Harte Leder steigern die Gefahr eines Abrutschens bei einem unsauberen Stoß. Wenn der Queue aber sauber und gerade durch die Kugel gestoßen wird, ist mit einem harten Leder sehr dosiert und viel Wirkung zu holen. Harte Leder verformen sich etwas weniger, die Oberfläche einiger Leder kann mit der Zeit jedoch stumpf/blank werden, so dass sie keine Kreide mehr annimmt. Sie müssen also häufiger wieder aufgerauht werden.

Generell sind mit etwas Erfahrung jedoch beide Typen geeignet.